Ivan Sergeevič Turgenev

Kurzbiographie

Ivan Sergeevič Turgenev, geb. am 9. November 1818 in der Nähe von Orjol, ist einer der bedeutendsten Vertreter des russischen Realismus.
In enger Anlehnung an Puschkin besticht Turgenevs Prosa durch meisterhafte Naturbeschreibungen und Charakterzeichnungen, anhand derer er seine Figuren aus vielen kleinen und kaum wahrnehmbaren Einzelheiten plastisch und real erstehen lässt. Vor allem mit Lyrik, Dramen und Komödien nimmt er in Westeuropa großen Einfluss auf die Entwicklung des „melancholischen Impressionismus“.
Bereits 1838 waren Gedichte Ivan Turgenevs im Druck erschienen. Zuvor hatte er vier Jahre Literatur in Moskau und St. Petersburg studiert. Zwischen 1838 und 1841 schloss Turgenev sein Studium im Ausland u.a. in Berlin und Heidelberg ab, wo er sich mit der Philosophie Hegels beschäftigt hatte und in Kontakt mit mehreren russischen Chemikern getreten war. Die Leibeigenen seines Vaters hatte er vermutlich 1844 freigegeben.
Nach seiner Rückkehr nach Russland war er Beamter in St. Petersburg, widmete sich aber nach zwei Jahren nur mehr der Schriftstellerei. Deshalb kam er immer wieder in Konflikt mit der Zensurbehörde des Zaren, so dass er im Jahr 1852 wegen des Artikels Ein Brief über Gogol in Wirklichkeit aber wegen der Aufzeichnungen eines Jägers verhaftet und auf sein Landgut verbannt wurde.
1855 kehrte er – mit kurzen Unterbrechungen – Russland den Rücken und hielt sich überwiegend in Deutschland und Frankreich auf, wo er die 
Vorgänge in seiner Heimat beobachtete und sich literarisch mit den sozialen, politischen und ideellen Strömungen auseinandersetzte.
Ivan Sergeevič Turgenev starb am 3. September 1883 in Bougival bei Paris an Rückenmarkkrebs.

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