Robert Hugh Benson

Kurzbiografie

Robert Hugh Benson wird am 16. November 1871 als jüngstes von sechs Kindern der Eheleute Edward und Mary Benson in Wellington College geboren, das sein Vater als Headmaster (Rektor) leitet. Von 1872 bis 1877 hatte Edward Benson das Amt des Kanzlers von Lincoln Cathedral inne, von 1877 bis 1882 war er Bischof der neugegründeten Diözese Truro. 1883 hatte er die Wahl zum Erzbischof von Canterbury, dem höchsten Amt der englischen Staatskirche, angenommen. Dies blieb er bis zu seinem Tod am 11. Oktober 1896.
Im Jahr zuvor wurde der junge Robert Hugh zum Priester der anglikanischen Kirche geweiht. Gegen Ende 1896 verschlechtert sich auch sein Gesundheitszustand und er bricht mit seiner Mutter und einer seiner älteren Schwestern zu einer Erholungsreise nach Ägypten auf.
Zum Zeitpunkt des Todes seines Vaters machen sich erste Zweifel an der anglikanischen Staatskirche bemerkbar, die sich zwar mit dem britischen Weltreich ausbreitete, aber den indigenen Völkern fremd blieb. Wieder in England nimmt Benson die Aufgabe eines Kuraten in Kemsing wahr. Seine Ausbildung hatte er in Eton und am Trinity College in Cambridge erhalten. Durch besonderen Fleiß und Ehrgeiz schien er sich aber nicht ausgezeichnet zu haben.
Nach Umwegen über die Gemeinschaft der Auferstehung in Mirfield und ständiger Zweifel entschliesst Benson sich im Alter von 32 Jahren um die Aufnahme in die katholische Kirche zu bitten. Am 11.September 1903 wird er in die römisch-katholische Kirche aufgenommen. Er verlässt England am 1.November 1903, um nach Rom zu gehen, wo er 1904 zum Priester geweiht wird. Daraufhin zieht es ihn nach Cambridge, um sich neben der Seelsorge, auch der Schriftstellerei zu widmen.
Bereits vier Jahre nach der Konversion veröffentlicht Benson seine Dystopie Der Herr der Welt. Darin zeichnet er das Bild einer revolutionären Gesellschaft, die bereits unaufhaltsam in einem verderblichen Strudel aus Materialismus, Agnostizismus und Rationalismus treibt. Freilich bleibt Bensons Vorstellungskraft weit hinter den tatsächlichen Erfindungen der Moderne zurück, jedoch besteht eine schockierende Kongruenz zu den sozialen Verhältnissen der Postmoderne. Der Zukunftsroman löst heftige Reaktionen aus und macht Benson weit über England hinaus bekannt. Die Zukunft hat im Nachhinein die Weitsicht und das düstere Geschichtsbild des Autors bestätigt. Monsignore Robert Hugh Benson stirbt am 19. Oktober 1914 in Salford im Alter von noch nicht 43 Jahren.

Hinterlasse eine Antwort